03.08.2013 – [micro:form] vs. SOLARIS

[micro:form] vs. SOLARIS von Stanislaw Lem oder: Dj-Mix trifft Hörbuch

cover_lemWann: 03.08.2013, 21.00 Uhr
Wo: Toskana Therme Bad Orb

In den heiligen Hallen der Toskana Therme erklingen die Stimmen von Kelvin, Harey, Snaut und Satorius direkt von der Forschungsstation, die sich direkt in der Umlaufbahn des Planeten Solaris befindet. Nein, die Stimmen werden nicht via Internet gestreamt, diese existieren bereits als Hörbuch des Romans „Solaris“. Das Meisterwerk des polnischen Schriftstellers Stanislaw Lem wird in einem DJ-mix mit eigens produzierter Musik live vor Ort zu neuem akustischen Leben erweckt.

Begleitet wird die Nachvertonung von Sequenzen aus dem gleichnamigen Film von Andrej Tarkowskij, 1971/1972 in der damaligen Sowjetunion gedreht. Der Film ist wegen der Kraft der Bilder und der unkonventionell langsamen Erzählweise die perfekte Begleitung zum ohnehin meisterlichen Hörbuch von Stanislaw Lem. Der Mix wird er an diesem Abend im neuen musikalischem Gewand in einer aktuellen Liquid Sound Club-Fassung über und unter Wasser von [micro:form] dargeboten.

A selection of the contemporary polish electronic music.

An jedem ersten Samstag des Monats von 21 Uhr bis Mitternacht wird vom Liquid Sound Club DJ-Team ein Musikprogramm gemixt, das nicht nur die Freunde elektronisch-aquatischer Traumklänge entzückt. Per Livestream verbunden findet der Liquid Sound Club in allen Toskana Thermen parallel und gleichzeitig statt.

Selbst wer in der Therme ohne Brille oder Kontaktlinsen unterwegs ist, stellt an den Club-Samstagen oft eine bemerkenswerte Wandlung fest: die Gäste werden immer jünger! Das hat zum einen mit der anerkannten Jungbrunnenwirkung der Bad Sulzaer Thermalsole zu tun, zum anderen mit dem Musikprogramm, das von kundigen Liquid Sound Club DJs für die Freunde elektronisch-aquatischer Traumklänge live gemixt wird. Alle Daten und Infos zum Liquid Sound Club: www.liquidsoundclub.net

Lems Geschichte spielt in einer unbestimmten Zukunft. Einziger zeitlicher Anhaltspunkt: Seit über 100 Jahren erkundschaftet der Mensch den Planeten Solaris nun schon. Doch so recht klug geworden ist aus ihm noch niemand. Als die ersten Menschen auf Solaris landeten, entdeckten sie etwas, das die Gründung eines komplett neuen Forschungsgebietes – der Solaristik – rechtfertigte. Seither füllen Bände von wissenschaftlichen Abhandlungen die Bibliotheken der Menschheit. Dieses gigantische Gehirn, das vielleicht Jahrmillionen der Entwicklung unserer Zivilisation voraus hat, ist der einzige „Bewohner“ von Solaris. Aus seiner zähen Materie bildet der Planet fortwährend gewaltige, scheinbar sinnlose und mit nichts Irdischem vergleichbare Formen heraus. Manche halten diese Formen für den Ausdruck einer Intelligenz, andere betrachten sie als zufällige Phänomene. Um einen Kontakt mit dem Unbekannten herzustellen, bestrahlen die Wissenschaftler den Ozean. Zunächst mit Röntgenstrahlen, später mit den aufgezeichneten Gehirnströmen Kelvins. Und die Reaktion? Scheinbar ist der Ozean in der Lage, die Gedanken der Menschen zu scannen und aus deren Unterbewusstsein Abbilder zu kreieren. Ihre tiefsten Ängste erscheinen ihnen in realer Gestalt. Diese „Gäste“ sind sich darüber nicht bewusst, sie glauben, wirklich die jeweiligen Personen zu sein. Wer erforscht hier also eigentlich wen?